Prognosen fast unmöglich

LONDON – Der Blick auf die Semifinalpaarungen im Herren-Einzel von Wimbledon lässt kaum handfeste Prognosen zu. Da ist zum einen der US-Amerikaner Sam Querrey, der den Briten Andy Murray im Viertelfinale in dessen Wohnzimmer in den Sätzen Vier und Fünf beim 6:1, 6:1 regelrecht demütigte und auf der anderen Seite der Kroate Marin Cilic, der an einem guten Tag jederzeit jeden Gegner schlagen kann und aktuell über unglaublich viel Selbstbewusstsein verfügt. Das Chancenverhältnis in diesem ersten Semi? 50:50.

Im zweiten Halbfinale haben wir den Schweizer Roger Federer (Foto: Hasenkopf), bei dem man sich fragt, ob man Tennis überhaupt besser repräsentieren kann, als er es aktuell tut und der – wie ein guter Wein – mit zunehmendem Alter immer besser wird, sowie den Tschechen Tomas Berdych, den Unvollendeten, der vor sieben Jahren schon einmal im Finale von Wimbledon stand – dort allerdings dem Spanier Rafael Nadal mit 0:3-Sätzen unterlag. Berdych dürften in der Vorschlussrunde des wichtigsten Tennisturniers der Welt vielleicht die geringsten Chancen einzuräumen sein. Doch was heißt das schon. Möglich ist vieles – wenn nicht gar alles.

Über Christoph Kellermann 1251 Artikel

Christoph Kellermann kennt den Tennissport aus dem Eff-Eff. Seit 1980 ist er am Ball. Zunächst als Spieler, dann als Coach. Seit vielen Jahren ist er als Mitglied des Verbandes Deutscher Sportjournalisten redaktionell aktiv. 1990 gründete er den heutigen »TWNR«, ehemals »Tennisredaktion.de«…